21.o1.
Mäuse essen auch Pick up …aber keine Kinderschokolade, was ich begrüße. Wir haben dann mal alles essbare aus dem Waschbecken in den städtischen Mülleimer befördert. Nachdem wir bemerkt haben, dass wir schon wieder besuch von klein Bert hatten.
Heute war unser erster Arbeitstag. Von 9 bis 17uhr. Es war sehr locker. Nicht nur dass da außer uns noch ca12000andere Praktikanten arbeiten sondern dass wir auch den ganzen Tag Kaffee und Tee für umsonst bekommen und essen.(wenn was übrig bleibt)
Erstmal was zu arbeitsstelle: Es heisst AMOC/DHV. Wofür amoc steht hab ich leider noch nicht rausgefunden aber DHV steht für deutscher Hilfsverein. Früher war es mal ein nur deutscher hilfsverein und hat auch nur deutschen obdachlosen in amsterdam geholfen. Damals gab es auch schlafplätze im haus. Aber nun ist es ein hilfsverein für Drogengebrauchende Europäer und Deutsche in Not. Ich machte schon am ersten Tag Witze darüber, dass Kadderin und ich ja auch Deutsche in Not sind (Scheiss wohnungssuche) und dass sie uns auch mal was vesorgen könnten. Kommt aber nicht so gut an.
Zum Haus: Es hat vier Etagen. Ganz oben ist ein Büro (ich weiss noch nicht von wem und was der da macht aber das kommt noch).und ein Konferenzraum, da werden die Team besprechungen abgehalten. Im dritten Stock sind auch Büros. Das von Enzo (Italiener) und Aki (Deutsche) und dem dritten Sozialarbeiter, den ich noch nicht kennengelernt habe. Im zweiten stock wird’s spannend, da ist der Konsumraum. Da sitzen die Drogies dann drinne und injizieren fleißig oder rauchen je nach dem.der raum hat neben den üblichen fenstern, noch ein großes zu einem Vorraum. Im Vorraum sitzen dann die Mitarbeiter des Konsumraums und beobachten.es gibt soweit ich weiss zwei fest angestellte Konsumraummitarbeiter Cedric (franzose) und Rosi (nationalität unbekannt ich glaube niederländisch).und im zweiten stock halbe treppe ist auch noch das Büro wo die Intakes gemacht werden und wo die Klienten zu den Sozigesprächen müssen. Mit Problemkerze natürlich!
Ganz unten ist schließlich da wo ich mich gestern und heute aufgehalten habe.und wahrscheinlich die nächsten wochen noch aufhalten werde. Die Teestube. Da kommen die Klienten rein und werden erstmal im computer erfasst, was sie machen wollen: sie können Duschen und klamotten wechseln, mit den sozialarbeitern sprechen meistens wollen sie einen schlafplatz für die nacht oder, die die einen vertrag haben können den userraum nutzen. Zum schlfaplatz: amoc hat einen vertrag mit einem shelter und dort können sie jeden nacht sieben leute einquartieren. Zu Verträge: Ja die Klienten machen Konsumraumverträge, die beinhalten, dass sie aufgeklärt werden über nutzen und überdosis, in denen sie sich einverstanden erklären beobachtet zu werden (zu ihrem eigenen schutz) und einmal pro woche mit dem sozi zu sprechen und sie müssen regelmäßig kommen.Dafür dürfen sie legal und offiziell spritzen und bekommen sauberes besteck. Es ist Risikoverminderung mit der Hoffnung durch Gespräche eventuell zum aufhören zu motivieren.
Dann gibt es noch die prostituierten (es sind tatsächlich fast nur männer die zu amoc kommen, auf 80klienten kommen 10 frauen). Es sind nicht wie vermutet 12 bis 17jährige sondern Jungs in unserem alter so zwischen 23 und 30, was den fakt nicht besser macht. Für mich ist es eher noch härter, denn die distanz durch alter ist nicht gegeben man beginnt sofort zu vergleichen und fragt sich wieso ist das für den einen so gelaufen und für den anderen so.
In die Teestube kommen aber auch Jungs in meinem Alter. (die Teestube ist nicht für die prostitueirten sondern für obdachlose und obdachlose drogenabhängige) Viele sind wirklich aus Deutschland ich hab so 15 gezählt (am Tag kommen ca. 60 Leute in die Teestube) und von denen sind 10 aus sachsen. Bad schlema und aue und dresden. Viele haben sich freiwillig zur obdachlosigkeit entschieden. Aber was sie sagen und was wirklich passiert ist, kann man nach zwei tagen nicht wirklich sagen.
Wir hatten gestern Überdosis training. Das heisst wir wurden aufgeklärt was die anzeichne sind und wie wir reagieren sollten. Die meisten Klienten bei amoc nehmen heroin und/oder cocain. so ziemlich alle spritzen und wenige rauchen.
So das wars erstmal zur Arbeit.
Nun zu Jesus, oh da muss ich doch noch mal kurz mit arbeit anfangen: ein Klient, er ist 60, er kommt und spielt gitarre und singt lieder über jesus. Warum haben wir gefragt und er erzählte von einer nahgotterfahrung, die ihn dazu gebracht hat mit heroin aufzuhören. Seitdem geht er in die Kirche und betet. Er ist seit zwei monaten clean.wir hoffen dass er es durchhält den von heroin wegzukommen dauert mindestens ein jahr.
Und der andere Jesus ist unser superglück, dass wir gestern abend hatten. Gestern morgen auf dem weg zur arbeit sag ich zu kadderin:“du wir müssen heut noch was schönes machen sonst werden wir depressiv mit all der wohnungsscheisse“ und kadderin sagt „jaha wir müssen das auto umparken vier tage höchstens!“ hm. Also gut nach der arbeit sind wir ins hostel, haben gegessen, und noch mal verzweifelt emails geschrieben an wohnungsinserenten. Dann los zum parkplatz (Olympiastadion park and ride). Dort haben wir das geklärt und als wir gerade überlegt haben das dass auch ne schöne beschäftigung wäre fürs näschte halbe jahr aller viertage zum olympiastadion zu fahren und 24 euro für vier tage parken zu bezahlen und zu verlängern, kriegen wir unseren ersten niederländischen anruf auf die neue nummer. Und es war lucie de jesus, die unsere neue mitbewohnerin ist. Juchuuu. Siehat zwei zimmer frei und wohnt in amsterdam noord. Es ist weit von der arbeit, aber wir können endlich wohnen. Endlich, weil es mich wahrscheinlich am ende der zweiten woche hostelhopping und überlegen wo wir am besten am wochenende hinfahren und schlafen weil es einfach mal 30euro pronacht und person am wochenende kostet, tot gemacht hätte. Also war unser noch was schönes machen gestern zu lucie zu fahren und die wohnung anzugucken.
So. und heute habe ich frei. Ich werde das auto schon mal zur wohnung fahren, denn da kann man kostenlos parken. Juchuu. Zur feier des tages kauf ich mir vielleicht noch gummistiefel, für soviel regen bin ich einfach nicht ausgerüstet.
Ab Samstag hab ich dann quasi ne adresse. Die ich nur leider jetzt noch nicht weiss.
So das wars erstmal.
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